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Bülacher Sporthallen-Projekt nimmt Fahrt auf

Sonntag, 21. Oktober 2012

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Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde von Bülach Floorball

Es sind erst vier Jahre vergangen, seit Bülach Floorball im Jahr 2008 an die Tür zur obersten Liga geklopft hat. Aber als wenig später die Sporthalle Flur in Zürich abgerissen wurde, hat unser Verein am eigenen Leib erfahren müssen, welch immens grossen Wert eine gute Infrastruktur hat. Sportlich und organisatorisch müssen wir Jahr für Jahr Höchstleistungen vollbringen, um nur einigermassen Schritt halten zu können. Nach langen Jahren der Hoffnung und Enttäuschung möchte ich die Gelegenheit nutzen, um über einen Silberstreif zu berichten, der sich am Horizont abzeichnet.

Aufstieg und Fall des Sportparks Erachfeld

Dass in Bülach die Zeit überreif für den Bau einer modernen Dreifachhalle ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Tatsächlich mussten die Bülacher Sportvereine sehr, sehr lange kämpfen, bis das Problem überhaupt ernst genommen wurde. Erst im Jahr 2002 gelang im Rahmen der «Zukunftskonferenz» der Stadt Bülach der erste, grosse Schritt. Unter der Führung von Vertretern von Bülach Floorball wurde mit einer umfassenden Umfrage unter den Vereinen das Ausmass des Infrastrukturproblems aufgezeigt und allmählich begann sich danach auch die Politik für dieses Anliegen zu interessieren.

Grosse Hoffnungen kamen auf, als in der Folge zuerst das Sportzentrum Hagenbuchen und später an selber Stelle unter Einbezug der Kreisgemeinden der Sportpark Erachfeld geplant wurde. Um die baurechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, stimmte im Jahr 2009 der Bülacher Gemeinderat einer Landumzonung zu. Allerdings erhoben einzelne Grundeigentümer dagegen Rekurs. Während das erstinstanzliche Urteil des Baurekursgerichts (2010) die Umzonung noch stützte, entschied das Verwaltungsgericht (2011) und später auch das Bundesgericht (2012) gegen den Willen der Stadt Bülach. Ein in der Zwischenzeit überarbeiteter kantonaler Richtplan und zuletzt die Annahme der Kulturlandinitiative gaben schliesslich den Ausschlag, dass das Projekt beerdigt werden musste.

Keine eigene Halle und auch keine Zwischenlösung

Während die Mühlen der Justiz mahlten, wurde den Vereinen im Jahr 2010 der Sieger des Architekturwettbewerbs vorgestellt. Die Ernüchterung war gross, als sich schnell herausstellte, dass das Projekt zwar schön aussah, aber zahlreiche und grosse Mängel für den praktischen Betrieb bedeutet hätte. Da abzusehen war, dass neben den juristischen Verzögerungen also auch noch eine umfassende Überarbeitung des Projekts Zeit verschlingen würde, nahm Bülach Floorball in der Folge eine noch aktivere Rolle ein. Ein eigenes Projekt wurde gestartet, um auf dem Sandplatz neben dem Sportzentrum Hirslen eine eigene Halle zu bauen. Doch dieses mutige Vorhaben scheiterte letzten Endes daran, dass die Landnutzungsrechte nur temporär überschrieben worden wären, was eine Finanzierung verunmöglicht hatte.

Im Jahr 2011 erkannte auch der Stadtrat, dass aufgrund der Verzögerungen zusätzliche Investitionen zur Notwendigkeit geworden waren. Unter der Mithilfe von Bülach Floorball und dem Handballclub Bülach wurden die Anforderungen an eine Übergangslösung erarbeitet. Genau als dieses Vorhaben reif für eine Projektierung wurde, hallte das Echo des Bundesgerichtsentscheides vom 5. Juli 2012 durch die Presselandschaft. Diese Entwicklung forderte ein Umdenken, denn anschliessend wurde aus der Zwischenlösung in Windeseile eine dauerhafte Lösung.

Die neue Hoffnung

Am 3. September 2012 wurde der Gemeinderat und am 18. September 2012 wurden die Verein öffentlich über das weitere Vorgehen informiert, worüber der «Zürcher Unterländer» in der Ausgabe vom 20. September 2012 ausführlich berichtete. Als Vorgehen wurde nun anstelle eines Architekturwettbewerbs eine TU-Submission gewählt. Statt einem Architekten alle Freiheiten zu geben, bindet die TU-Submission den Submittenten an ein vorgegebenes Pflichtenheft, was schliesslich zu einer deutlich pragmatischeren Lösung führt. Ein Totalunternehmer (TU) übernimmt im Gegensatz zum Generalunternehmer auch die Planung und bietet somit letztlich ein Gesamtpaket zu einem von ihm offerierten Preis an.

Um in einem zweistufigen Verfahren das beste Projekt bestimmen zu können, wurde ein Beurteilungsgremium zusammengestellt, in dem ich als Vertreter aller Bülacher Vereine Einsitz habe. Dieses Gremium hat sich bereits zweimal getroffen, um das erwähnte Pflichtenheft, das zunächst primär auf den im ganzen Verlauf dieser Hallengeschichte mehrfach erarbeiteten Anforderungen unseres Vereins basierte, zu überarbeiten und zu verfeinern. Entstanden ist eine Vorgabe, die meiner Meinung nach sowohl aus sportlicher Perspektive als auch aus Sicht der Betreiber kaum Wünsche offen lässt. Es wird also, um nur die Eckdaten zu nennen, auf dem Sandplatz neben dem Sportzentrum Hirlsen eine Halle geplant mit 500 Sitzplätzen, acht Garderoben sowie vier zusätzlichen Schiedsrichter-/Trainergarderoben mit jeweils separaten Duschen, getrennten Toiletten für Sport- und Zuschauerbereich, einem flexibel unterteilbaren Sitzungs-/Theorieraum sowie einem Fitnessraum, einem Kiosk und nicht zuletzt natürlich einer Sportfläche mit kombielastischem Polyurethanboden (49×28m) sowie einem grossem Geräteraum.

Straffer Terminplan und politische Arbeit

Dieses Projekt wurde nun am 19. Oktober 2012 öffentlich ausgeschrieben (siehe simap.ch). In der ersten Phase, der Präqualifikation, werden nun bis am 15. November 2012 die Bewerbungen der verschiedenen Submittenten gesammelt und daraus bis Ende November die definitiven Teilnehmer der zweiten Phase bestimmt. Erst in dieser zweiten Stufe werden dann die eigentlichen Projekte eingereicht und voraussichtlich Mitte März 2013 beurteilt. Weiter sieht der straffe Terminplan im Jahr 2013 Projektoptimierungen sowie nötige Ergänzungsprojekte vor, denn sinnvollerweise sind einige Dinge wie z.B. mobile Sportgeräte explizit nicht Teil der Submission. Wenn dann 2014 die Kreditgenehmigung sowie die Volksabstimmung positiv verläuft, kann mit dem Bau 2015 gerechnet werden. Eine Volksabstimmung ist in Bülach für alle Geschäfte zwingend, die eine Summe von 5 Millionen übersteigen.

Nach der guten Vorarbeit des Beurteilungsgremiums darf auf interessante Projektofferten gehofft werden. Doch mit hoffen alleine ist es nicht getan, denn da das Projekt natürlich durch den Gemeinderat abgesegnet werden muss, bevor es dann zu einer Volksabstimmung kommt, beginnt unsere Arbeit jetzt eigentlich erst. Dank unserer guten Zusammenarbeit mit dem Handballclub Bülach bin ich optimistisch, dass wir es alle zusammen schaffen werden, dieses Projekt auf die Beine zu stellen. Seien wir realistisch, dieses Projekt verleiht dem Sport in Bülach nicht nur einfach einen Schub, es ist schlicht und einfach notwendig, um das Überleben unseres Vereins zu sichern. Und dafür lohnt es sich zu kämpfen.

Mit sportlichen Grüssen und optimistischem Blick in die Zukunft

Dominik Wild
Präsident

dw