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Die offizielle Website von Bülach Floorball

«Eine grossartige Erfahrung»

Dienstag, 30. Januar 2018

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Wenn diese Woche in Europa um die WM-Qualifikation gespielt wird, ist mit Felix Poelsma auch ein Spieler von Bülach Floorball dabei. Weshalb der Holländer in die Schweiz gekommen ist und warum ihm Unihockey in der Schweiz wie eine andere Sportart vorkommt, erzählt er gleich selber.

Seit dieser Saison bin ich nun also bei Bülach Floorball, was eine wirklich tolle Erfahrung für mich ist. Als holländischer Unihockey-Spieler war es schon immer mein Ziel, einmal im Ausland auf einem höheren Niveau zu spielen. Ich wollte an einen Ort gehen, an dem ich das Studium und den Sport kombinieren kann. Als ich mich entschied, für zwei Jahre im Ausland zu studieren, war die Schweiz deshalb natürlich eine logische Option. Und als dann meine Freundin ein Jobangebot in Zürich hatte, musste ich nicht mehr lange überlegen.

Im Juli konnte ich die ersten Eindrücke von Bülach Floorball erhalten. Ich hatte mich entschieden, mein Studium in der Schweiz fortzusetzen und schrieb deshalb Teams in der Region Zürich an. Und unversehens fand ich mich in Bachenbülach bei der Familie Müller wieder, die so unglaublich nett war, mir eine Schlafgelegenheit während meinem ersten Besuch in Bülach anzubieten. Während einer Woche bestritt ich die Trainings und konnte das Team kennenlernen. Obwohl ich kein Wort «Schwiizerdütsch» verstand und meistens keine Ahnung hatte, was um mich herum gesprochen wurde – zum Glück übersetzten Döme und Sämi die wichtigsten Dinge – schien das Team eine lustige Truppe zu sein, bei der gutes Unihockey und Spass Hand in Hand geht. Ich war beeindruckt, wie gut der Club organisiert ist. Dass das Team mit Stefan Fuchs einen eigenen Teammanager hat, war beispielsweise eine grosse Überraschung für mich. Da mir Stefan und die Mitspieler viel geholfen haben – beispielsweise mit alltäglichen Dingen, wie eine Unterkunft zu suchen – fühlte ich mich schnell willkommen im Team. Ich genoss die Woche in Bülach und war extrem glücklich, als mir die Trainer einen Platz im Team anboten.

Und ich kann sagen, dass es bis jetzt eine grossartige Erfahrung für mich war! In den Niederlanden ist Unihockey unbekannt, weshalb die Anzahl Spieler natürlich auch viel kleiner ist. Und dadurch sind dann schliesslich die Kader der Teams viel dünner besetzt. Ich war bisher gewohnt, in Teams mit maximal zehn Spielern zu spielen. Wenn wir ein paar Verletzte hatten, konnte es passieren, dass wir mit nur fünf Feldspielern antreten mussten. Es ist genial, nun in einer Mannschaft zu sein, die immer mit drei Linien plus Ersatzspielern besetzt ist. Es ist klar, dass so die Trainings sehr viel intensiver sind. Zu Hause in den Niederlanden sind wir gezwungen, mit der zweiten Mannschaft oder den Junioren zu trainieren. Das ist nur einer von vielen Unterschieden. Weiter sind auch Tempo und Körpereinsatz viel höher. Etwas frustrierend ist manchmal, dass die Torhüter hier so stark sind. Mangelware sind in den Niederlanden auch Coaches, Raphi und Steven sind also tatsächlich meine allerersten Club-Trainer. Ungewohnt ist auch, dass wir hier Zuschauer haben an unseren Spielen, dass wir zur Regeneration ins Thermalbad gehen und noch vieles mehr. Für mich fühlt es sich an, als ob ich eine andere Sportart betreibe als zu Hause. Zum Glück helfen mir die Mitspieler und Trainer, geben mir Tipps, wenn ich während dem Training oder an Spielen mal verwirrt bin.

Seit über vier Jahren bin ich auch Teil des holländischen Nationalteams. Einige unserer Spieler haben in Ländern wie der Schweiz oder Schweden gespielt, um sich weiterzuentwickeln. Es ist eine grosse Herausforderung, dich mit besseren Spielern zu messen. Das ist auch notwendig, wenn wir uns als holländisches Nationalteam verbessern wollen und uns den Nationen nähern wollen, die sich regelmässig für Weltmeisterschaften qualifizieren. Wenn sich jeder Einzelne verbessert, erhöht sich schliesslich auch das Niveau in Holland. Viele Nationalspieler geben ihre Erfahrung an den Nachwuchs weiter und helfen so mit, die Bekanntheit von Unihockey zu erhöhen, was unablässig ist, damit die Sportart weiter wachsen kann. Es wird viel Zeit brauchen, um irgendwann einmal so weit zu kommen wie die Schweiz, aber ich hoffe, dass wir kontinuierlich Fortschritte machen werden.

WM-Qualifikation

Ich freue mich extrem auf den Rest der Saison – insbesondere natürlich auf die Playoffs! Ich kann jetzt schon sagen, dass ich viel gelernt habe, auf und neben dem Feld. Ich möchte mich aber weiterhin verbessern und gleichzeitig auch an anderen Dingen arbeiten, wie zum Beispiel an meinen «Schwiizerdütsch»-Kenntnissen. Zuerst gilt mein Fokus nun aber dem Nationalteam, denn wir werden diese Woche um die WM-Qualifikation spielen. Wir wollen beweisen, dass die Holländer Fortschritte gemacht haben und wir der WM wieder einen Schritt näher gekommen sind.