Dass Bülach im Cup-1/16-Final gegen den amtierenden Schweizermeister Zug United der klare Aussenseiter war, braucht keine lange Erklärung. Aus dem Zuger Kader stechen dabei insbesondere die fünf internationalen Topshots aus Finnland (Miko Kailiala und Sami Johansson) und Schweden (Albin Sjögren, Tobias Gustafsson und Robin Nilsberth) hervor, die allesamt zu den weltweit Besten ihres Fachs gehören und eine immense Offensiv-Power aufs Feld zaubern können. Allerdings mussten die Zentralschweizer wie am Vorabend beim 8:1-Sieg gegen Uster auf Gustafsson und Nilsberth verzichten. Dennoch war klar, dass die Bülacher unglaublich viel Einsatz und Leidenschaft werden aufbringen müssen, um mit der Klasse der Zuger Ausländer auch nur im Ansatz mithalten zu können.
Anders als in den bisherigen Pflichtspielen, agierte das Heimteam in der Grundaufstellung etwas vorsichtiger. Aber die Bülacher versteckten sich nicht etwa nur, sie nahmen in der Offensive das Herz in die Hand und spielten mutig nach vorne. Man staunte bald, dass Zug zwar erwartungsgemäss mehr Spielanteile besass, aber die Gastgeber für die gefährlicheren Abschlüsse verantwortlich waren. So sorgte Christoph Meier in der zweiten Minute mit einem Schuss aus der Drehung für erste Gefahr und in der fünften Minute setzte Cyril Meyer den Ball an den Pfosten. Nachdem auf der Gegenseite Elisha Ekmann in der 14. Minute eine Hereingabe von Albin Sjögren entschärfen musste, forderte Christoph Meier in der 17. Minute Zugs Keeper Jari Portmann zu einer Parade heraus. Noch in derselben Spielminute landete schliesslich ein Prellball in der Mittelzone bei Albin Sjögren, der das Skore mit einem satten Schuss eröffnete. Doch die Bülacher blieben hartnäckig dran und wurden belohnt: In der 20. Minute traf Robin Schmitter nach einem Freischlag zum Ausgleich und liess die Hirslen ein erstes Mal an diesem Abend beben.
Auch im Mitteldrittel änderte sich am Geschehen wenig. Erneut gingen die Gäste in der 25. Minute nach einem Freischlag in der Bülacher Ecke und einem Querpass auf Noah Bisig in Führung. In der 29. Minute setzte Marco Hottinger den Ball aus dem Slot zuerst knapp daneben, doch wenig später riss er nach einem Durcheinander vor dem Zuger Tor das Bülacher Publikum erneut von den Sitzen. Dieses Resultat hatte Bestand bis kurz vor Spielmitte, dann brachte Raphael Neidhart die Zuger mit einem Weitschuss wiederum in Führung. In der 31. Minute prüfte Nico Derungs Zugs Portmann nach einem schnörkellos vorgetragenen Angriff über links. Und dann folgte in der 33. Minute der grosse Auftritt von Cyril Meyer. Zusammen mit Matthew Cockerill fing er in der eigenen Hälfte einen Ball ab, legte diesen am ersten Zuger vorbei, stürmte auch am zweiten Gegenspieler vorbei und hatte vor dem Zuger Tor die Übersicht, dass Matthew Cockerill auf der anderen Seite mitgelaufen war. Dieser liess sich nicht zweimal bitten und verwandelte die Hirslen in ein Tollhaus. Die Zuger blieben bis zu diesem Zeitpunkt sicherlich unter ihren Möglichkeiten, was sich vornehmlich in vielen Ungenauigkeiten äusserte. Aber dass sich der grosse Favorit nach dem erneuten Ausgleich dann dazu gezwungen sah, seine drei Ausländer in einer Sturmformation zu forcieren, zeigt, dass sie die Zuger ihrer Sache doch nicht mehr ganz so sicher waren. In der 37. Minute setzte Nico Derungs den Ball bei einem Gegenstoss an den Helm des Zuger Keepers. Dann kombinierten sich Sjögren, Johansson und Kailiala in der 39. Minute bei einem Konter zum 3:4 und wenig später profitierte Hedlund von einem ungenauen Zuspiel und verschaffte den Gästen mit dem 3:5 nach 40 Minuten etwas Luft.
Mit zwei Treffern in der 42. und 44. Minute durch Linus Arnold und Sami Johansson sorgten die Zentralschweizer dann für die Vorentscheidung. Nach einem Querpass vor dem Bülacher Tor durch erhöhte Linus Hedlund vier Minuten später weiter auf 3:8. In der 49. Minute versuchte Cyril Meyer, den gegnerischen Torwart in der nahen Ecke zu erwischen, er verfehlte aber den offenen Winkel knapp und setzte den Ball an den Pfosten. Mit mutigem Forechecking eroberten sich die Bülacher in der 50. Minute hinter dem gegnerischen Tor den Ball und nach einem Rückpass schoss Christoph Meier zum 4:8 ein. Mit einem Fehlpass offerierte Bülach den Gästen in der 51. Minute dann noch das neunte Tor. Dennoch steckte das Heimteam noch nicht auf. Nick Bregenzer und Cyril Meyer provozierten mit Pressing in der 53. Minute einen Prellball, den Matthew Cockerill aus zentraler Position zum 5:9 einschoss. In Überzahl fand dann Nico Derungs mit einem geschickten Pass von hinter dem Tor Luca Dall'Oglio, der eine Sekunde vor Schluss zum Endstand von 6:9 traf.
Die Bülacher zeigten in diesem Duell mit dem Schweizermeister eine hervorragende Leistung und bereiteten dessen Coachingstaff bis kurz vor der zweiten Pause überraschend viele Sorgenfalten. Dass dann mit langsam nachlassenden Kräften gegen einen Gegner von solchem Kaliber der eine oder andere Fehler passiert, ist nicht zu vermeiden. Der hervorragenden Stimmung in der Bülacher Hirslen tat dies keinen Abbruch. Nach Spielschluss standen die Zuschauer und feierten das Heimteam für einen grossartigen Einsatz. Die Bülacher Hirslen war einmal mehr Gaststätte eines tollen Unihockeyfests. Nach einer sehr kurzen Verschnaufpause geht es für Bülach am kommenden Samstag in der Meisterschaft auswärts bei den Glattal Falcons weiter.

















