Es war alles angerichtet in der Hirslen vor einer imposanten Kulisse von 258 Zuschauern. Ad Astra Obwalden hatte das erste Spiel zu seinen Gunsten entschieden und somit war die Ausgangslage klar. Wollten die Bülacher die Saison um ein weiteres Spiel verlängern, war verlieren verboten.
Beide Teams starteten engagiert aber mit der nötigen Portion Vorsicht in die Partie. Sowohl Ad Astra als auch Bülach hatten ihre Chancen, die aber alle von den jeweiligen Goalies zunichte gemacht wurden. Die erste grosse Möglichkeit bot sich den Bülachern, als sie in der achten Minute zum ersten Powerplay kamen, welches aber ungenutzt verstrich. Es dauerte schliesslich bis zur 17. Minute bis Ad Astra durch Linus Ruckstuhl zum 0:1 kam. Dies zum Unmut der Fans, denn zuvor wurde Noé Ringli an der Bande ungeahndet zurückgehalten. Keine Minute später doppelte Ad Astra nach und markierte durch Andrin Diener den Treffer zum 0:2. Bülach musste sich wieder etwas fangen und da kam das zweite Powerplay gerade zum richtigen Zeitpunkt, aber auch dieses verstrich ohne Zählbares und somit ging es mit dem 0:2 Rückstand in die erste Pause.
Und das Publikum? Unbeeindruckt, immer noch optimistisch und laut, sehr laut. Es peitschte die Jungs nach vorne und tatsächlich gelang Linus Rechsteiner nach energischem Nachsetzen der erste Treffer und somit resultatemässig der Anschluss. Der Stimmungspegel schlug erstmals deutlich aus und Bülach glaubte offensichtlich an seine Chance. Die Partie war nun voll lanciert und es gab Chancen auf beiden Seiten. In der 34. Minute ging Ad Astra wieder mit zwei Treffern in Front. Viktor Jonth verwertete einen Konter geschickt. Aber Aufgeben war für Bülach heute Abend keine Option und so kam das Heimteam kurz vor Drittelsende zu seinem zweiten Treffer. Silas Horber fing einen Querpass in der Mitte ab und schickte Oliver Horber auf die Reise, der den gegnerischen Goalie überlistete und zum 2:3 einschob.
Das dritte Drittel begann wenig verheissungsvoll, denn in der 44. Minute schlug Ad Astra durch Vojtěch Ježek zu und markierte das 2:4. Nach einem weiteren erfolglosen Powerplay der Bülacher kassierten sie in der 50. Minute selbst eine Strafe. Es passte zu diesem verrückten Spiel, dass Bülach im Boxplay einen Shorthander landen konnte. Nathan Hostettler parierte einen Abschluss und schickte Siro Meroni mit einem gezielten Auswurf in Richtung gegnerischen Goalie. Als Meroni den Ball dann zum 3:4 in die Maschen schoss, war definitiv Feuer im Dach und die Halle tobte! Umso mehr als Bülach knapp drei Minuten später einen Penalty zugesprochen bekam. Silas Horber wurde regelwidrig gestoppt, als er allein vor dem gegnerischen Goalie auftauchte. Er trat gleich selbst zum Penalty an und verwertete diesen souverän. Jetzt explodierte die Halle regelrecht und die Überraschung lag in der Luft. Aber ein abgefangener Pass prallte in der 56. Minute genau vor die Schaufel von Nils Fischbacher, der zum 4:5 einschoss. Bülach wehrte sich nach Kräften und warf nochmals alles nach vorne. Doch das Risiko sollte sich nicht auszahlen und Ad Astra nutzte dies zu weiteren Treffern zum Endresultat von 4:8.
Gestohlen war der Sieg von Ad Astra nicht, die Gäste zogen ihr Spiel über 60 Minuten durch, während Bülach die eine oder andere Chance zu viel liegen liess. Somit endete die Saison der U21 mit einer Niederlage. Doch so wirklich wie eine Niederlage fühlte es sich trotzdem nicht an. Der ganze Staff, alle Spieler und auch die Zuschauer machten diesen Abend zu etwas ganz Besonderem. Hätte der Eintritt etwas gekostet, er wäre jeden Franken wert gewesen. Die Halle feierte und sang auch nach Spielschluss noch minutenlang weiter. Das Team hatte es sich verdient. Bis zum Schlusspfiff hatten die Bülacher gekämpft, um dem absolut sensationellen Publikum etwas zu bieten. Der Abend war beste Werbung für diesen Sport und für Bülach Floorball. Das war ganz grosses Kino!






