Zuletzt gewann Bülach gegen die Red Devils March-Höfe mit 7:4. Auf dieser Basis galt es aufzubauen. Gegen Herisau konnten die Bülacher in den letzten Jahren gute Erinnerungen sammeln. Aber auch der Tabellenelfte will ernst genommen werden, obwohl dieser seit drei Partien auf einen Erfolg wartet. Entsprechend war Bülach gewillt, die eigenen Stärken ab der ersten Minute auszuspielen.
Dieses Vorhaben konnte in die Tat umgesetzt werden. Die Bülacher hatten gegen ein sehr defensiv eingestelltes Herisau viel Ballbesitz und das Spiel lief nur in eine Richtung. Es dauerte dann allerdings bis in die 16. Minute, ehe Bülach in Führung gehen konnte. Silas Horber traf nach einem Freischlag mit einem verdeckten Schuss. Nur eine halbe Minute später erhöhte Marco Hottinger nach einem Querpass von Noé Ringli mit einem Direktschuss auf 2:0.
Am Spielgeschehen änderte sich auch nach der ersten Pause wenig. Die Bülacher dominierten die Partie nun mit der Führung im Rücken und scorten in regelmässigen Abständen. In Überzahl traf in der 22. Minute erneut Marco Hottinger nach einem Zuspiel von Silas Horber unter die Latte. In der 26. Minute legte Alejandro Hitz nach einem Freischlag aus der Drehung auf Joel Renold ab, der zum 4:0 einschoss. Und zwei Minuten später verwertete Noé Ringli einen Abpraller aus dem hohen Slot zum fünften Bülacher Treffer. In der Folge schalteten die Bülacher einen Gang zurück. Dies wirkte sich in der 38. Minute erstmals aus, denn nach einem Bülacher Ballverlust hinter dem eigenen Tor traf schliesslich Cedric Zwahlen zum 5:1. Mit einem Überzahltor in der 39. Minute verkürzte Tim Morosi für die Gäste weiter.
Den Bülachern gelang der mentale Turnaround auch nach der Pause nicht – im Gegenteil: Ein völlig verunglückter Querpass landete auf der Schaufel von Tim Morosi, der das Resultat auf 5:3 stellte. Und auch vier Minuten später war es Morosi, der ein Zuspiel von hinter dem Tor zum 5:4 ausnutzte. Mit einem verwandelten Penalty von Silas Horber gab es in der 46. Minute immerhin noch einmal ein offensives Bülacher Lebenszeichen. Die Gäste hatten aber Blut geleckt und blieben dran. Nach einer Balleroberung in der 47. Minute verkürzte Silas Stucki mit einem Bogenlauf wieder. Und schliesslich glich Marius Wellauer in der 57. Minute mit einem Weitschuss gar aus.
Die Verlängerung dauerte etwas mehr als eine Minute, dann verstolperte Bülach einen Konter und schliesslich drosch Sascha Wohlgensinger einen Ball per Backhand in Richtung Tor, wo er irgendwie abgelenkt einen Weg ins Bülacher Netz fand.
Die Bülacher dominierten die ersten 30 Minuten und führten zu diesem Zeitpunkt verdient mit fünf Toren. Dann aber nahmen sie Intensität raus und gleichzeitig liess auch die Konzentration nach. Der erste Gegentreffer war ein Ausdruck davon. Und mit dem Fehlpass zu Beginn des Schlussabschnitts servierten die Bülacher dem Gegner den Anfang der Wende auf dem Silbertablett. Der Rest war dann ein eindrückliches Zeichen, was im Sport passieren kann und wie schwierig es ist, wieder in die Spur zu finden, wenn einmal Anspannung und Konzentration weg sind. Unter dem Strich war dies wohl eine der unnötigsten Niederlagen der letzten Jahre, wenn nicht die unnötigste. Am kommenden Samstag treffen die Bülacher nun auswärts auf die siebtplatzierten Rheintal Gators.




